Anwendertreffen Neuromodulation 2026

6. - 7. Juni 2026, Ilmenau

Vortrag von Christina Harms, THERAPIEWERK Baden-Baden

Neuromodulation in Kombination mit Verhaltenstherapie

Neurofeedback – insbesondere SCP-Training (Slow Cortical Potentials) – zielt darauf ab, die Fähigkeit zur Selbstregulation neuronaler Aktivität zu verbessern.

In der therapeutischen Praxis stellt sich jedoch häufig die Frage, wie diese im Training erlernten Regulationsprozesse mit konkreten Veränderungen im Verhalten zusammenhängen und wie der Transfer in Alltagssituationen gezielt unterstützt werden kann.

Der Vortrag stellt einen integrativen Ansatz vor, der Neurofeedback mit verhaltenstherapeutischen Interventionen und diagnostischen Methoden verbindet.

Im Mittelpunkt steht dabei die mikroanalytische Betrachtung von Verhalten und Interaktionen in verschiedenen Alltagssituationen.

Durch eine differenzierte Analyse von Aufmerksamkeit, Aktivierungsniveau, Bindung- und Beziehungsfähigkeit, Eigensteuerung, sowie typischen Interaktionsmustern können individuelle Selbstregulationsstrategien und Schwierigkeiten präziser erkannt werden.

Diese Beobachtungen liefern wichtige Hinweise dafür, wie Neurofeedbacktraining individuell angepasst und therapeutisch eingebettet werden kann. So wird deutlich, unter welchen Bedingungen Klient:innen ihre Regulation besser einsetzen können, welche Situationen Überforderung auslösen und welche Strategien hilfreich sind.

Anhand von Therapiesituationen und ausgewählten Videosequenzen wird veranschaulicht, wie solche Feinstanalysen genutzt werden können, um Neurofeedbacktraining mit verhaltenstherapeutischen Interventionen zu verbinden. Dazu gehören beispielsweise klare Zieldefinitionen, strukturierte Rückmeldungen und die Einbindung alltagsrelevanter Anforderungen. Auf diese Weise kann die im Neurofeedback erlernte Selbstregulation gezielter mit konkretem Verhalten verknüpft und der Transfer in Schule, Familie oder andere Alltagssituationen unterstützt werden.

Der Vortrag zeigt, wie sich neuromodulatorische Verfahren und verhaltenstherapeutisches Arbeiten gegenseitig ergänzen können. Ziel ist es, Neurofeedback nicht nur als isoliertes Training neuronaler Aktivität zu verstehen, sondern als Teil eines integrativen therapeutischen Vorgehens, das neurophysiologische Selbstregulation und beobachtbares Verhalten systematisch miteinander verbindet und so nachhaltige Veränderungen im Alltag fördert.

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